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Feste und Bräuche in Deutschland - Weihnachten - Advent und Weihnachten in Deutschland Weihnachtsschmuck (© wrw / PIXELIO)

"Alle Jahre wieder...": Advent und Weihnachten in Deutschland

Advent und Weihnachten. Dies ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Überall auf der Welt wird sie gefeiert, wenn auch viele Bräuche in Europa ihren Anfang genommen haben. Wie diese Zeit in Deutschland gefeiert wird, möchten wir in diesem Artikel kurz beschreiben.

Advent: Jesus kommt bald wieder

Erfurter Weihnachtsmarkt(© Markus Birth / PIXELIO)
Erfurter Weihnachtsmarkt (© Markus Birth / PIXELIO ) vergrößern

In der Adventszeit bereiten wir uns auf Weihnachten vor. Das Wort "Advent" kommt aus der lateinischen Sprache und heißt "Ankunft". In dieser Zeit denken wir daran, daß Jesus Christus als Kind in diese Welt gekommen ist und daß er als HERR bald wiederkommen wird.

Zur Adventszeit sind die Straßen der Städte hell beleuchtet. Überall hängen Lichterketten und bunter Schmuck. In den Fenstern hängen Sterne und andere Figuren aus Papier. Und aus vielen Küchen kommt ein schöner Duft. Die Menschen fangen an, Weihnachtsplätzchen und besondere Weihnachtskuchen zu backen.

Viele Kinder haben auch einen Adventskalender. Für jeden der 24 Tage im Dezember bis zum Weihnachtstag findet man ein Stückchen Schokolade oder etwas anderes hinter kleinen Türen. Es gibt aber auch Adventskalender, die die Mütter oder größere Kinder selber machen und mit schönen Sachen, wie z. B. Nüssen, Obst, Schokolade und kleinem Spielzeug füllen. In alten Adventskalendern findet man noch hinter jedem Fenster eine biblische Verheißung, die auf den kommenden Christus hinweist.

In vielen Wohnungen findet man in diesen Wochen einen Adventskranz, aus grünen Tannenästen gebunden. Auf ihm stecken vier Kerzen. An jedem Sonntag im Advent wird eine neue Kerze angezündet. Wenn alle vier Kerzen brennen, dann ist es bald Weihnachten. Dazu singen die Kinder: "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier; dann steht das Christkind vor der Tür."

Noch ist Herbst nicht ganz entfloh'n,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten.
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige;
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

Theodor Fontane (1819 - 1898)

Nikolaus komm in unser Haus...

Nikolaus von Myra (Bild: Wikimedia Commons - Aleksa Petrov 1294 - Public Domain)
Nikolaus von Myra (Bild: Wikimedia Commons - Aleksa Petrov 1294 - Public Domain ) vergrößern

Am 6. Dezember feiert man in Deutschland den Nikolaustag, den Gedenktag für den Bischof Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert lebte und sich besonders um die Kinder gekümmert hat. Schon am Vorabend stellen die Mädchen und Jungen ihre Stiefel und Schuhe vor die Türe. Sie möchten, daß der Nikolaus sie mit Süßigkeiten und Obst füllt. Abends kommt dann auch manchmal der Nikolaus, angezogen mit einem weiten Mantel und einer Bischofsmütze, selber ins Haus, oder er geht durch die Stadt. Er hat immer eine Rute für die bösen Kinder bei sich und einen Sack voller kleiner Geschenke für die lieben Kinder. Aus einem großen Buch liest er ihnen vor, was sie für gute und böse Dinge getan haben, und er verteilt kleine Geschenke. Meistens aber bekommt jeder etwas. Manchmal wird der Nikolaus auch von einem Helfer begleitet, dem Knecht Ruprecht.

Erst im vorigen Jahrhundert kam die Tradition vom "Weihnachtsmann" auf, der die Weihnachtsgeschenke bringt. Dieser kommt ursprünglich aus Amerika, wo er "Santa Claus" genannt wird. In vielen Gegenden Deutschlands, besonders im Süden, werden die Geschenke an Weihnachten aber vom "Christkind" gebracht.

Von hohen Himmelsfernen
auf einem blauen Band
im Glanz von tausend Sternen
kam stilles Glück ins Land
und hat in dunklen Herzen
ein Lichtlein angesteckt,
hat Sorgen, Gram und Schmerzen
ganz leise zugedeckt.

Richard von Schaukal (1874-1942)

Weihnachten: Jesus ist geboren

Das Christkind und das Verteilen der Geschenke, die sogenannte "Bescherung", gehören zu Weihnachten. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es diesen Brauch. Das Christkind schickte damals einen Beutel mit fünf Dingen ins Haus: Spielzeug, Süßigkeiten, einem Geldstück, einem Kleidungsstück und Sachen für die Schule. Erst als die Weihnachtsgeschenke immer zahlreicher wurden, legte man sie auf den sogenannten "Gabentisch".

Krippe, Nürnberger Christkindlesmarkt(© Helga / PIXELIO)
Krippe, Nürnberger Christkindlesmarkt (© Helga / PIXELIO ) vergrößern

Im Mittelpunkt des Gabentisches steht heute ein Tannenbaum mit leuchtenden Kerzen und bunten Kugeln. Kein anderer deutscher Brauch hat in der Welt eine solche Verbreitung gefunden. Manche Menschen stellen auch eine Weihnachtskrippe unter den Tannenbaum. Das Ereignis von Bethlehem wird hier mit verschiedenen, oft kunstvoll gestalteten Figuren nachgestellt. In einem Stalle stehen ein Esel und ein Ochse, sowie Maria und Josef. Manchmal kann man auch die Hirten mit ihren Schafen sehen oder die drei Weisen aus dem Morgenland. In der Mitte steht ein Futtertrog, eine Krippe. Darin liegt eine kleine Puppe, die Jesus als Kind darstellen soll.

Weihnachtsbaum(© Liane / PIXELIO)
Weihnachtsbaum (© Liane / PIXELIO ) vergrößern

Der Abend vor dem Weihnachtstag ist der Heilige Abend (24.12.). Viele Menschen gehen an diesem Abend zum Gottesdienst in die Kirche. Dort singt man Lieder und hört die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel. Manchmal spielen die Kinder auch ein "Krippenspiel", in dem die Weihnachtsgeschichte dargestellt wird, wie sie im Lukasevangelium steht. Manchmal treten auch die weisen Männer aus dem Orient auf, von denen der Evangelist Matthäus erzählt.

Nach dem Gottesdienst ist es Zeit für die Geschenke, die vorher unter den Weihnachtsbaum gelegt worden sind. Darauf haben sich alle gefreut, am meisten aber die Kinder. Manche Kinder haben vorher auch schon einen "Wunschzettel" geschrieben und ihn den Eltern gegeben. Ob sie nun auch die Dinge unter dem Weihnachtsbaum finden, die sie sich gewünscht haben?

Abgeschlossen wird der Heilige Abend oft mit einem gemeinsamen Essen, aber am Weihnachtstag (25.12.) geht das Feiern dann weiter. Die Hausfrauen machen etwas besonders Gutes zu essen, häufig Karpfen, Gans oder einen leckeren Braten und selbst gebackenen Kuchen. Zu diesem Fest kommt dann auch jeder aus der Familie, der auswärts wohnt und der eben kommen kann. Weihnachten ist ein Familienfest.

Die Advents- und Weihnachtszeit ist eine Zeit der Hoffnung. In dieser Zeit denken wir daran, daß Gott uns seine große Liebe gezeigt hat. So groß ist seine Liebe, daß sein einziger Sohn als kleines Kind in einem Stall zur Welt kam. Das war Gottes Geschenk an uns! Wir brauchen es nur anzunehmen. Und aus diesem Grund können wir Weihnachten feiern. Auch dann, wenn die äußeren Umstände nicht gut sind und wir eigentlich gar nicht feiern wollen. Jesus will jedem Hoffnung und Hilfe geben!


 

"Gott hat die Menschen so sehr geliebt,
daß er seinen einzigen Sohn hergab.
Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen,
nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben."
Evangelium von Johannes 3,16

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Das Wunder von Weihnachten

Weitere Querverweise:

Weihnachtsmärkte in Deutschland und den Nachbarländern

Nürnberger Christkindlesmarkt (vom 27.11. bis zum 24.12.)

Eine schweizer Weihnachtsseite.

Die Weihnachtsstadt

Ratgeber-Weihnachten

Festtagsgedichte


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