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Deutsche Bundesländer - Bundesland Sachsen / Sachsen - Die Frauenkirche in Dresden

Deutsche Bundesländer: Sachsen **

Landeswappen des Freistaates Sachsen (Bild: Wikimedia Commons)

In unserer Serie über die deutschen Bundesländer sind wir mit Sachsen beim letzten Bundesland angelangt. Es ist das Land der Bundesrepublik Deutschland, das am weitesten nach Osten reicht. Die Neiße, ein Nebenfluss der Oder, grenzt es gegen Polen ab. Nach Süden hin verläuft die Grenze zu Tschechien über die Rücken des Erzgebirges. Die benachbarten Bundesländer sind Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Mit rund 4,5 Millionen Menschen auf 18.412 Quadratkilometern ist das Land verhältnismäßig dicht besiedelt.

Eine wechselvolle Geschichte

Dresdens Altstadt(© Marco Barnebeck / PIXELIO)
Dresdens Altstadt (© Marco Barnebeck / PIXELIO ) vergrößern

Der Freistaat Sachsen hat eine außerordentlich wechselvolle Geschichte. Hier lebten germanische und slawische Stämme. Mehrfach gewann und verlor Sachsen in großem Umfang Territorien[1] und Bevölkerung, meist in der Folge von Kriegen. Seine Regenten[2] mussten sich nach gescheiterter Rebellion gegen den deutschen Kaiser sogar mit der Enteignung und Aufteilung ihres Reiches abfinden, trugen aber Jahrhunderte später neben der sächsischen zeitweise auch die polnische Königskrone. 1952 wurde Sachsen von der DDR-Regierung aufgelöst, 1990 wurde es als Land (Freistaat) wieder errichtet.

Die sächsische Hauptstadt ist Dresden. Keine deutsche Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg so radikal zerstört wie diese. In keiner deutschen Stadt starben innerhalb weniger Stunden so viele Menschen wie hier [3]. Viele der historischen Gebäude des alten „Elbflorenz"[4], wie der Zwinger oder die Semperoper, wurden nach dem Krieg wieder aufgebaut. Zurzeit wird die berühmte Frauenkirche wieder aufgebaut.

Freistaat auf richtigem Kurs

Von Dresden aus hat die CDU-Landesregierung nach der deutschen Wiedervereinigung große Leistungen des Aufbaus und der Entwicklung des Landes vollbracht. Sachsen hat die höchste Wirtschaftskraft von allen fünf neuen Bundesländern. Wenn die großen Überflutungen des letzten Jahres nicht so viel zerstört hätten, könnte man hier von „blühenden Landschaften" sprechen, die der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl für das Gebiet der ehemaligen DDR versprochen hatte. Es wird wohl wieder ein paar Jahre dauern, bis es in den Regionen Sachsens erneut „blüht".

Messestadt Leipzig

Leipzig neue Rathaus(© dieter haugk / PIXELIO)
Leipzig neue Rathaus (© dieter haugk/PIXELIO ) vergrößern

Die größte Stadt Sachsens ist Leipzig. Seit weit mehr als 800 Jahren versammeln sich in dieser Messestadt regelmäßig Handel und Gewerbe[5] der unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche. In den letzten Jahren wurde das Messegelände völlig neu gestaltet. Leipzigs Universität war schon im 18. Jahrhundert ein geistiger Mittelpunkt, wo u. a. auch Johann Wolfgang von Goethe gelehrt hat. Johann Sebastian Bach war Kantor an der Thomaskirche. Der von dem großen Musiker gegründete „Thomanerchor" genießt[6] noch heute internationalen Ruhm. Auch das „Gewandhausorchester" ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt.

Andrerseits hat kaum eine Stadt unter den Begleiterscheinungen des Sozialismus so gelitten wie Leipzig. Die Stadt war durch den Braunkohleabbau im Umland und durch die Industrie stark in Mitleidenschaft[7] gezogen worden. Die Luft war sehr verschmutzt. Auch deshalb begann im Herbst 1989 hier der aktive Widerstand gegen die DDR-Regierung. Gott sei Dank verlief diese Revolution wie ein Wunder unblutig und erfolgreich. Seitdem befindet sich Leipzig in einem rasanten[8] Erneuerungsprozess. Und die Qualität der Luft ist hier nun nicht mehr schlechter als anderswo, seit die Industrien der Stadt und ihrer Umgebung umweltgerecht umgestaltet worden sind.

Basteibrücke in der sächsischen Schweiz(© Lutz Hering / PIXELIO)
Basteibrücke in der sächsischen Schweiz (© Lutz Hering / PIXELIO ) vergrößern

Erzgebirge und das Vogtland

Weitere Industriestädte des Landes sind Chemnitz, früher einmal ein Zentrum für die Leinenverarbeitung[9], und Zwickau, Zentrum der Automobilindustrie und Heimat des berühmten „Trabbi". Aber auch in den Tälern der höheren Lagen des Erzgebirges (höchste Erhebung: Fichtelberg, 1214 m) gab und gibt es als Folge des früher dort betriebenen Bergbaus sehr viel Kleinindustrie. Man fand eine Menge Erze[10] und Edelmetalle. Marienberg, Annaberg, Schneeberg sind Städte, in denen der Bergbau einst vorherrschte. Nach 1945 gewann der Uranabbau[11] große Bedeutung, verursachte allerdings erhebliche Umweltschäden. Berühmt geworden ist das Erzgebirge überdies durch seine Holzspielzeug- und Glaswarenindustrie, deren Produkte in alle Welt gehen. Ähnliches gilt übrigens auch für Musikinstrumente, die z.B. in Markneukirchen im Vogtland hergestellt werden. Natürlich war und ist das Erzgebirge beliebte Fremdenverkehrsregion, vor allem im Winter.

Sachsen, immer eine Reise wert

Über 12 Millionen Besucher zählt man jedes Jahr in Sachsen. Viele besuchen das Elbsandsteingebirge mit seiner interessanten Formenwelt. Diese Landschaft wird gern als „Sächsische Schweiz" bezeichnet. Aber auch das wunderschöne Elbetal, das barocke Schloss Moritzburg, die Meißner Porzellanmanufaktur, die Lausitz und manches andere machen Sachsen zu einem lohnenswerten Reiseziel.

Weitere Informationen über Sachsen

Artikel über Weihnachten im Erzgebirge

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[1] das Territorium (Pl.: Territorien) das (Hoheits)Gebiet eines Staates
[2] der Regent: ein regierender König oder Kaiser
[3] Man schätzt ihre Zahl auf 300.000.
[4] Dresden galt wegen der Schönheit seines Stadtbildes bis 1945 als eine der schönsten deutschen Städte. Es wurde mit der italienischen Stadt Florenz verglichen.
[5] das Gewerbe: ein kleinerer oder mittlerer privater Betrieb im Bereich des Handwerks, des Handels oder der Dienstleistungen
[6] genießen: (hier) etwas besitzen, das nützlich oder erfreulich ist
[7] in Mitleidenschaft ziehen: Schaden zufügen
[8] rasant: sehr schnell
[9] Leinen: ein sehr fester und glatter Stoff (aus Flachs)
[10] das Erz: ein Mineral, das Metall enthält
[11] das Uran: in radioaktives Metall, das in Atomkraftwerken, für Atombomben o.Ä. verwendet wird

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